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Dächer haben viele Aufgaben. Sie schützen das Gebäude nicht nur vor äußeren Einflüssen wie Regen, Schnee, Wind, Hitze und Kälte. „Dächer prägen zudem als fünfte Fassadenseite das Aussehen eines Hauses", sagt der Architekt I Fachbuchautor Holger Reiners aus Hamburg. Bei der Planung ist es daher wichtig, die m des Daches und die Materialien auf den Stil des gesamten Hauses abzustimmen. Unbedungt beachtet werden sollte auch die Dacharchitektur der Nachbarhäuser, damit das eigene Haus nicht unangenehm auffällt. Bei den Dachformen wird zwischen Flachdächern und geneigten Dächern entschieden. „Bei den geneigten Dächern sind klassische Satteldächer mit zwei Dachflächen beim Einfamilienhaus immer noch die verbreiteste Dachform", sagt Gabriele Krüner vom Hersteller Braas in Oberusel (Hessen). Weitere wichtige geneigte Dachformen das Walm-, das Mansarden- und das Zeltdach. Im Neubaubereich gibt es neben diesen Klassikern eine Tendenz hin zu ungewöhnlichen Dachformen, besonders bei modern gestalteten Häusern. „Nicht nur im Neubau, auch bei Sanierungen werden außergewöhnliche Dachformen wie Tonnendächer oder Pultdächer gewünscht", sagt Oliver Kortendieck vom Dachziegelwerk Nelskamp in Schermbeck (Nordrhein-Westfalen). Voraussetzung sei allerdings, dass der bauungsplan es zulässt. Pultdächer sind keine traditionelle Dachform für Wohnhäuser. Bis vor einigen Jahren fand man sie noch überwiegend bei Gewerbebauten, Gartenhäusern Carports und Schuppen. „Seit einigen Jahren hat sich dies allerdings veränrt", sagt Krüner.
Einerseits passen Pultdächer zu modernen Häusern mit klaren Linien. Andererseits bietet die große Dachfläche optimalen Platz, um eine Solaranlage zu installieren. Außerdem entsteht bei dieser Form zusätzlicher Raum unter dem Dach. Nutzbar ist er beispielsweise als Galerie. „Viele Familien bevorzugen für ihr Eigenheim seit einiger Zeit auch flach geneigte Dachformen mit warmen Farbnuancen wie im Mittelmeerraum", nennt Kortendieck einen weiteren Trend. Technisch möglich werden solche flachen Dächer durch neu entwickelte Flachdachziegel mit veränderter Verfalzung. Der Regen muss bei diesen Ziegeln nicht so schnell vom Dach ablaufen. Dadurch wird das Haus auch in niederschlagsreichen Regionen selbst bei Dachneigungen von weniger als 20 Grad geschützt. Abgesehen von der besonderen Optik haben die flachen Dächer auch einen ganz praktischen Vorteil: Beim Dachausbau kann das Obergeschoss wegen der geringeren Schrägen besser als Wohnraum genutzt werden. „Tonnen- und Pultdächer sind eine architektonische Modeerscheinung, die sich schnell totläuft", warnt Architekt Reiners. An solchen Gebäuden, die aus dem Umfeld der Nachbarschaft durch eine ausgefallene Dachform herausfallen, übersehe man sich schnell. „Mancher Architekt möchte durch solch eine Planung nur seine persönliche Duftmarke hinterlassen."
Die Wahl der Dachform und des Dachmaterials ist nicht allein Sache des Bauherrn und des Architekten. Viele Städte und Gemeinden haben, um einen harmonischen Gesamteindruck des Orts- und Wohngebiets zu erhalten, in ihren Bau-Ordnungen und Bebauungsplänen Vorschriften über Form, Farbe und Material erlassen „Vor der Dacheindeckung sollte man sich vom Bauamt Auskunft über die örtlichen Stimmungen geben lassen", rät Kortendieck. Dies erspart besonders bei ausgefallenen Wünschen Ärger. Nicht allein die Form Dachs, sondern auch Glauben, Dachflächenfenster und Loggien prägen die Dacharchitektur. Sie bieten außerdem die Möglichkeit, bei ausgebauten Dächern Licht und Luft unter das Dach zu lassen somit kann man oft sehr viel Energie sparen.
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