|
Zu einem alten Bauernhaus gehören dicke Holztüren. Und gusseiserne Beschläge sehen einfach besser aus als Baumarktware. Beschläge und Holztüren kann man sich von einem Handwerker nachbauen lassen - allerdings geht das schnell ins Geld. Alternativ lohnt der Blick auf die Internetseiten von Händlern historischer Baustoffe.
Soll ein altes Haus saniert werden, gilt es als erstes zu prüfen, ob das Objekt unter Denkmalschutz steht. In diesem Fall würde ich zur Behörde gehen und nachfragen, ob es Vorgaben gibt. Das erspart doppelte Arbeit. Steht das Haus nicht unter Schutz, soll aber trotzdem seinen Charakter bewahren, empfiehlt es sich, bei einem Bauforscher Rat einzuholen. Denn der Charakter eines Gebäudes wird nicht zuletzt durch die verwendeten Baustoffe und Bauteile geprägt, erklärt Mila Schrader, Autorin eines Ratgebers über Altbausanierung. Historische Baustoffe - etwa Balken oder Steine - stammen häufig aus Abbruchhäusern oder Entkernungen, sagt Christoph Freu-denberger, Geschäftsführer des Unternehmerverbandes Historische Baustoffe (UHB) in St. Georgen im Schwarzwald. Händler kaufen diese auf, es gibt aber auch Lager, die von Denkmalschutzbehörden oder Vereinen betrieben werden, sagt Andreas Vogel. Neben Baustoffen werden auch Bauteile wie Türen, Fenster oder Kachelöfen angeboten.
Die historischen Materialien werden in Rohform - also so, wie sie aus den vorherigen Häusern entnommen wurden -oder bearbeitet angeboten. Es gibt Leute, die möchten die Teile gern selbst aufarbeiten. Andere wünschten Altes mit modernem Standard. Dann werde beispielsweise eine historische Holztür mit Sicherheitstechnik und Wärmedämmung versehen. Manche Bauleute gehen ein, zwei Jahre lang bei uns ein und aus, bis sie ihre Bauteile zusammenhaben.
Schließlich reicht es nicht aus, wenn ein Bauteil zum Stil des Hauses passt. Die zum Teil lange Lebensgeschichte der Türen, Bodenlatten oder Armaturen birgt aber auch Risiken. Sie können mit problematischen Stoffen behandelt worden sein - oder durch ihre Verwendung giftige Substanzen aufgenommen haben. Nicht immer ist die Geschichte von Bauteilen zu klären. Wenn eine Tür offensichtlich stinkt, kommt sie natürlich nicht in ein Lager. Schwierig werde es, wenn von außen nicht erkennbar ist, ob und wie ein Bauteil behandelt wurde.
Das lasse sich erst über eine Laboruntersuchung klären. Ich rate jedem Kunden, das vom Händler zu fordern.Mit dem Erwerb eines alten Balkens oder historischer Fliesen ist es meist nicht getan. Sie brauchen auch jemanden, der ihnen die Sachen richtig einbaut. Zwar ließen sich historische Baustoffe in der Regel mit modernen Verfahren einbauen. Aber wenn Sie eine alte Fliese mit modernem Kleber anbringen, bekommen Sie die nicht noch einmal heil ab. Die ist dann verloren.
|